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Wellness - das Glück aus der Käsetheke?

Von Werner Hajek

Unsere Gesundheit liegt der Wirtschaft besonders am Herzen. Ich verstehe das, hier werden Euro-Milliarden umgesetzt, von denen andere Branchen nur träumen können. Ein Lieblingswort des Gesundheitsmarktes kennen wir alle: Wellness.

Wellness bezeichnet heute alles Mögliche. Wellness klebt als Etikett auf Joghurt und Käse, auf Massageöl und Schlammpackung, auf Wimpern-Auszupfen und Botox-Spritzen. Sogar in der Werbung für Inkontinenzvorlagen habe ich schon dieses Schlagwort entdeckt.

Ich halte das ganze für ziemlichen Käse, um nicht zu sagen: Wellness-Käse. Bitte nicht falsch verstehen! Auf jeden Fall tut es dem Körper wie der Seele gut, sich einmal so richtig verwöhnen zu lassen. Wer es sich leisten kann, sollte sich das Vergnügen eher öfter als seltener gönnen. 

Aber Wellness ist mehr, mehr als ein Babypflege-Paket aus Füttern, Baden und Eincremen. Die US-amerikanischen Erfinder meinten mit dem Kunstwort Wellness das geglückte Zusammenspiel aus Well Being und Fitness, also aus Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Manchmal mischen sie als dritte Komponente noch Happiness dazu, das Glücklichsein. 

Grundlage war die medizinische Erkenntnis, wie eng diese Bereiche zusammenhängen: Das eine führt zum anderen. Zum Beispiel entsteht Fitness nicht von alleine, wir müssen und dürfen selbst etwas dazu tun. Im Gegenzug wird unser Einsatz gleich mehrfach belohnt. Denn ein hartnäckiges und sensibles Training der Fitness steigert nicht nur die Gesundheit. Dranbleiben am Training führt auch zu einem Grundbaustein des Glücklichseins, nämlich zur Erfahrung von dem, was Psychologen „Selbstwirksamkeit“ nennen: Ich kann etwas erreichen und merke, dass es mir hinterher besser geht. Das macht glücklicher, glücklicher Sein macht gesünder, gesündere Menschen halten sich müheloser fit ... Klingt doch gut, oder? Darauf nehme ich jetzt einen Wellness-Drink mit reichlich Vitaminen, Mineral- und Ballaststoffen. Prost!


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