Kultur und Menschen

Vom Schaf zum Krempel - Ortsnamen in Dithmarschen

Die Angabe "Dort, wo die Schafe weiden" wäre heutzutage wohl etwas zu ungenau. Ob ein Brief wohl ankäme?

In einer Zeit als es noch keine Ortsnamen gab, also hunderte oder tausende Jahre früher, begnügte man sich damit, den Ort zu umschreiben, aus dem man stammt. Wurde also ein Dithmarscher gefragt, woher er komme, dann sagte er vielleicht, er lebe bei der „Stätte, an der viele Schafe weiden“. Der Sprachökonomie sei Dank wurde daraus über Jahrhunderte der Name Schafstedt. 

Oft ist es nicht leicht zu bestimmen, wie ein Ortsname entstanden ist, zum Beispiel Meldorf. Die erste Vermutung unserer Redaktion war, dass das Plattdeutsche „Möldörp“ etwas mit Mühlen zu tun haben könnte, aber dem ist wohl nicht so. „Ich komme aus dem Dorf am schönen Flüsschen Miele“, könnte jemand aus dem heutigen Meldorf gesagt haben. Da aber keine klaren Aufzeichnungen vorhanden sind und verschiedene Wortstämme möglich sind, lässt sich nur spekulieren. 

Drauf geschaut, wo man baut

Bei vielen Ortsnamen lässt sich nur spekulieren, wie sie entstanden sein könnten und eindeutig sind dabei häufig nur die Endungen. Donn-Orte wie zum Beispiel Michaelisdonn entstanden auf einer Düne. Die Endung -büttel heißt so viel wie Siedlung, so ist Brunsbüttel folglich die Siedlung des Brun. 

Averlak ganz im Süden Dithmarschens hingegen hieß einst im Dithmarscher Platt „Aver de Lake“ – über das Wasser – weil es auf einer leichten Erhöhung an einem flachen Wasser entstanden ist. 

In direkter Nachbarschaft dieser Siedlungen liegen häufig sogenannte Wurtsiedlungen, die entweder auf -wurth oder auf -wörden enden. Eine Wurt ist ein künstlich aufgeschütteter Hügel, auf dem man baute, um sich vor Hochwasser zu schützen. 

Stolpernde Riesen in Dithmarschen

Die Ortsnamen Dithmarschens, die ohne eine Endung auskommen (Marne, Helse, Schülp, …), sind nicht nur die ältesten Namen, sie lassen sich häufig nur schwer übersetzen – und beflügeln die Fantasie. Die Gemeinde Krempel hat ihren Namen angeblich laut einer Sage, in welcher ein Riese stolpert und seinen Krempel verliert. 

Oft gilt aber: Es ist, wie es ist. Getreu diesem Motto ist der Gebietsname Dithmarschen eine Zusammensetzung aus „thiat“ und „maresca“ – großes Marschgebiet.


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