Ausflugs- und Freizeittipps

Überflug - Küste aus der Sicht der Möwen

Segelflug

Segelflug

Segelflug

Segelflug

Der Nord-Ostseekanal. Foto: Tamcke

Der Nord-Ostsee-Kanal. Foto: Tamcke

Watt zwischen Foehr Amrum Sylt Foto Walter Raabe

Knobsand vor Amrum Foto Walter Raabe

Leuchtturm Hoher Weg Aussenweser Foto Walter Raabe

Westerhever Foto Walter Raabe

Suederoog Foto Walter Raabe

Kaiser-Wilhelm-Koog Foto Walter Raabe

Pellworm Foto Walter Raabe

Sandkomposition bei Ebbe Foto Walter Raabe

Von Hartmut Tamcke 

Irgendwie wird man ja ein bisschen neidisch, wenn man an der Küste den majestätischen Seeadler am Himmel seine Kreise ziehen sieht, die Möwen über dem Hafen fliegen oder die Kiebitze über den Salzwiesen ihre Luftkämpfe veranstalten. „Wie betrachten die bloß die Welt von oben?“, ist dann eine der vielen Fragen, die man sich stellt. Und irgendwie kommt bei so manchen einem der Wunsch auf, die Landschaft selbst einmal aus der Sicht der Möwen zu betrachten. Ein alter Wunsch übrigens, den auch Ikarus möglicherweise hatte, als er seinen gescheiterten Flugversuch startete. Und der wohl auch den Schneider von Ulm dazu brachte, das Fliegen zu lernen, Otto Lilienthal animierte, die ersten Gleitflüge zu machen oder die Gebrüder Wright dazu, den ersten Motorflug zu starten. 

Der Traum vom Fliegen ist also alt, die Möglichkeit, mit technischen Hilfsmitteln fliegen zu können, gibt es gerade einmal etwa 150 Jahre. 

Nicht ganz, denn mit Ballonen haben sich die Menschen schon vorher in die Luft bewegt, sie haben den Blick von oben schon genießen können, als andere noch an komplizierten Flugapparaten bauten. 

Dass sich der Blick von oben auch die Erde lohnt, wussten schon die Militärs, sie nutzten schon früh die Ballone, mit denen sich dann auch die gut betuchten Bürger Mitte des 19. Jahrhunderts „gefesselt“ vom Boden erhoben, sie nutzten aber auf manntragende Drachensysteme, um hinter die Linien ihrer Feinde blicken zu können.

Die Chance, die Neugier zu stillen ist im Laufe der Geschichte der Fliegerei geblieben, nur haben sich zu den Militärs inzwischen auch viele andere Menschen gesellt, die die Landschaft aus der Sicht der Möwen betrachten möchten. 

Fliegen hat seinen Reiz, man hört es auch in vielen Liedern: „Flieger, grüß‘ mir die Sonne . . . “ Das, was Hans Albers 1932 im Film „FP 1 antwortet nicht“ gesungen hat, ist seit Ewigkeiten der Wunsch und der Traum vieler Menschen. Und Reinhard Mey wusste 1974: „Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.“. Nicht nur diese beiden Lieder zeigen, dass sich viele Menschen gerne wie ein Vogel am Himmel bewegen möchten und sich die Welt von oben betrachten. 

Fliegen muss aber kein Traum bleiben, den man sich auch hier an der Küste einfach erfüllen. Und das ohne großen Aufwand, denn es gibt viele Möglichkeiten, einfach mal in die Luft zu gehen. 

Flugplatz Hopen 

Zum Beispiel beim Dithmarscher Luftsportverein (DLV), der auf dem Flugplatz Hopen oberhalb von St. Michaelisdonn zu finden ist. Erste Eindrücke, wie die Küste aus der Sicht der Möwen aussieht, hat der (oder die) Flugbegeisterte bereits auf dem Weg zum kleinen Flugplatz, immerhin liegt der auf dem Geestrücken in einer Höhe von 38 Metern über dem Meeresspiegel. Der DLV bietet jenen, die sich den Traum vom Fliegen erfüllen möchte, verschiedene Möglichkeiten. Die Ursprünglichste ist die des Segelfliegens: Im Zweisitzer, in dem die Vereinsmitglieder auch das Fliegen erlernen können, geht es recht leise in die Luft. Einzig die Windgeräusche und der Fahrtwind sind zu hören. Und das Rumpeln beim Start, wenn die Seilwinde am anderen Ende des Flugplatzes den Segelflieger anschleppt und in atemberaubender Zeit beschleunigt und im steilen Winkel auf über 300 Meter hochzieht. Wenn der Pilot dann das Schleppseil ausklinkt, beginnt der Spaß, sich die Küste aus der Sicht der Möwen anzusehen. Nur zu dicht geht es mit dem zweisitzigen Segelflugzeug nicht an den Meeressaum, die Thermik lässt das nur in den seltensten Fällen zu. Aber auch aus einer gewissen Entfernung zur Küstenlinie lässt es sich gut erahnen, wie die Möwe das Land und die Küste unter sich sehen. Unter günstigen Wetterbedingungen sind Flüge von einigen Stunden möglich. 

Auch mal über das Wattenmeer gelangt man, wenn man mit dem Motorflugzeug unterwegs ist, dann ist auch die Zahl der Plätze, von denen aus man zum Flug starten kann, um einiges größer. Auch hier ist der DLV wieder einer der Ansprechpartner, verschiedene Flugzeuge mit zwei bis vier Sitzen stehen dort bereit. Und mit denen geht es dann auch schon mal bis nach Helgoland, auf der der Insel vorgelagerten Düne hat die Hochseeinsel einen eigenen Flugplatz – übrigens den am weitesten im Meer befindlichen deutschen Flugplatz. 

Flugplatz Heide - Büsum 

Auch vom Flugplatz Heide-Büsum in Österdeichstrich kann man sich in die Luft erheben und die Westküste aus der Luft betrachten. Der Luftsportclub Heide-Büsum bietet die Gelegenheit zu günstigen Rundflügen oder zu individuellen Flügen. Wer es etwas sportlicher mag, der kann in Österdeichstrich mit dem Motorschirmflieger in die Luft gehen. Das einem Kitesurfschirm ähnliche Fluggerät kann aber nur bei guten Wetterbedingungen genutzt werden, denn es ist offen, der Traum vom Fliegen wird deutlich spürbar. Auch im Gyrocopter, den Mitglieder des Vereins erworben haben und mit denen sie auf Wunsch zu Rundflügen starten, bekommt man den Fahrtwind deutlich zu spüren, wenn der Tragschrauber auf Wunsch ohne Kanzel geflogen wird. 

Linienflug nach Helgoland 

Vom Flugplatz in Österdeichstrich startet übrigens auch der Linienflug nach Helgoland, bis zu viermal täglich hebt die Maschine des Ostfriesischen-Flugdienstes zwischen März und Oktober ab und landet nach einem 20-minütigen Flug auf Helgoland. 

Flugplatz Husum 

Weiter im Norden geht es vom Flugplatz Husum Schwesing in die Luft. Dort, wo einmal die Düsenflugzeuge des Leichten Kampfgeschwaders 41 stationiert waren, sind es jetzt die Flugzeuge der Mitglieder der Sportfluggruppe Husum, die auf dem ehemaligen NATO-Flugplatz in die Luft gehen. Auch sie bieten die Möglichkeiten für Rundflüge über die schleswig-holsteinische Westküste, die Inseln und Halligen. Die am Flugplatz ansässige Sportfluggruppe bietet nach vorheriger Termin- und Routen-Absprache Gastflüge an. Motorflug, der Flug mit UItraleichtflieger und der Segelflug wird in der Sportfluggruppe Husum betrieben. Und wie in allen anderen Sportfluggruppen kümmert man sich auch hier um die Ausbildung für den Erwerb der Privatfluglizenz 

Flugplatz St. Peter-Ording 

Nicht weit von „Deutschlands größter Sandkiste" entfernt, dem riesigen Sandstrand mit vielfältigen Sport- und Erholungsmöglichkeiten, ist der Flugplatz St. Peter-Ording. Flieger, die in St. Peter landen und nicht wissen wie es weitergeht: Um an die nahe gelegenen Golfplätze, den Strand oder einfach nur St. Peter-Ording zu erreichen, können sich kostenfrei Fahrräder leihen, sie erreichen damit im gemütlichem Tempo in 10 Minuten die Golfanlagen oder in etwa 20 Minuten den Strand oder den Ort.

Infos 

www.dithmarscher-luftsportverein.de 

www.flugplatz-heidebuesum.de 

www.flugsport-servive-sh.de 

www.flughafen-husum.de 

www.sfg-husum.de 

www.flugplatz-st-peter-ording.de


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