Ausflugs- und Freizeittipps

Jedes Schiff beginnt mit einem Strich

Holger Koppelmann

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Holger Koppelmann

Von Hartmut Tamcke

Es ist einfach eine Tatsache: Jedes Bild beginnt mit einem Strich – vielleicht auch nur mit einem Punkt. 

Anders ist es auch nicht bei dem Brunsbütteler Künstler Holger Koppelmann, der allerdings setzt mit spitz geschärften Bleistift sehr präzise Striche oder Punkte und sagt es noch etwas genauer: „Jedes Schiff beginnt mit einem Strich“, ist seine Antwort auf die Frage, wie denn er mit seiner Arbeit beginnt. 

Und Holger Koppelmann fügt noch etwas hinzu: „Jedes Bild beginnt auch mit einem ausgiebigen Studium von Unterlagen.“ Was auch unbedingt notwendig ist, denn viele seiner Arbeiten sind präzise Darstellungen von Schiffen. So genaue Abbildungen, dass es manchmal schon die Benutzung einer Lupe bedarf, um die vielen Details zu entdecken, die Koppelmann in den Seitenrissen der Schiffe mit spitzem Stift gesetzt hat. Was kaum jemand wundert, die meisten Darstellungen sind genau im Maßstab 1:500 umgesetzt. 

„Kann man doch gar nicht so genau wiedergeben“, sagt da mancher Skeptiker und erinnert daran, dass es ja viele alte Schiffe sind, die der 69.jährige Künstler auf Papier bringt. Ein Argument, das Holger Koppelmann nicht gelten lässt, denn bevor er sich an seinen Arbeitsplatz setzt, holt er erst einmal Unterlagen aus seinem Archiv, dass so manchen Sammler maritimer Stücke neidisch werden lässt. „So um die 300.000 Zeichnungen und Fotos, Seefahrtszeitschriften, Werftzeitungen und Werkszeitschriften von Werften sind in seinem Atelier in Brunsbüttel zu finden und der Künstler muss nicht lange suchen, um für seine Arbeit fündig zu werden. 

Werkszeichnungen werden dann maßstabsgenau auf Papier übertragen, Fotos dienen dazu, Details, die auf den Zeichnungen nicht erkennbar, in der Realität aber vorhanden waren, auf das Papier zu bringen. Selbst die im Maßstab 1:500 zu zwei mal zwei Millimeter große Werksflagge der Deutschen Werft kommt so an den Mast der „Cap San Diego“, die der Künstler schon mehrfach als Seitenriss nachbilden musste. Aber nicht nur präzise Seitenrisse entstehen im Brunsbütteler Atelier, auch Bilder von großen und kleinen Schiffen in Häfen, Flüssen und auf großer Fahrt. Und so manches Bild haben Freunde maritimer Stücke bekommen, ohne das sie wussten, dass es Holger Koppelmann war, der das Schlachtschiff in der Seeschlacht darstellt oder den Flugzeugträger, von dem gerade die Flieger zu ihren Einsätzen starten. Der Grund: Es sind Modellbauer, die die Plastikbausätze auch heute noch in Geschäften erstehen. Für ein großes Unternehmen, das diese Bausätze herstellt, malte Holger Koppelmann jahrelang die Bilder für die Kartons, in denen die Teile für die Bausätze verpackt waren. 

Inzwischen kümmert sich der international bekannte Marinemaler nicht mehr um die Darstellungen von Schiffen auf Modellbaukartons, es sind Sammler, die bei ihm Motive von Booten und Schiffen bestellen – als präzisen Seitenriss oder als Gemälde, das das Schiff auch mal in Notsituationen zeigt. So wie die „Andrea Doria“ wenige Minuten bevor sie 1956 mit der „Stockholm“ kollidierte und kurz darauf gesunken ist. 

Oder er kümmert sich um Ausstellungen, so wie die im Erdölmuseum in Wietze, in dem er die Geschichte der Tankschiffe auf vielen Bildern zeigt. Noch bis November 2018 sind die 45 Bilder dort zu sehen.

Zurzeit arbeitet der Marinemaler an der Betrachtung der Passagierschiffe auf der Nordatlantikroute. Gezeigt werden die Arbeiten im Jahr 2019 in einer Ausstellung, der Standort des Ausstellung steht allerdings noch nicht fest. In der Ausstellung gibt es zum Thema Passagierschifffahrt auf dem Nordatlantik seine Sonderausstellung. Für die wird Holger Koppelmann nicht nur Seitenrisse und Gouachen malen, es werden auch Bilder in Kombinationen mit maritimen Fundstücken geben. 

Sehen kann man etliche der Arbeiten des Marinemalers Holger Koppelmann in verschiedenen Reedereien, viele Arbeiten hängen aber auch im Maritimen Museum in Hamburg. Dessen Gründer Peter Tamm hat einige der Bilder von Holger Koppelmann in die größte private maritime Sammlung der Welt übernommen, jetzt sind sie in Hamburg der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 

Mit Bildern und Zeichnungen von Schiffen befasst sich der Marinemaler seit seiner Jugend. Schon als Schüler entstanden die ersten Bilder. Im Rahmen seiner Tätigkeit als Marinemaler war der Brunsbütteler Künstler 25 Jahre bei der ArtMaritim im Rahmen der Hamburger Bootsausstellung vertreten, Ausstellungen hatte er zudem beim Germanischen Lloyd, in der Titanic Ausstellung in Brunsbüttel, im Schifffahrtsmuseum Brake und im Schifffahrtsmuseum in Husum. 

Neben seinen Bildern, die meist als Gouachen auf Aquarellpapier entstehen, befasst sich Holger Koppelmann auch mit dem Bau von Diarahmen in verschiedenen Maßstäben, darunter auch das Kohlenlager (KIKAKO) am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel, den es vor Jahrzehnten am Nord-Ostsee-Kanal in Brunsbüttel gab.


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