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Hotspot für zeitgenössische Kunst

Jan Thorleiv Bunsen leitet die Brunsbütteler Stadtgalerie für moderne Kunst.

Von Andreas Guballa

Seit im August 2018 der Kunsthistoriker Jan Thorleiv Bunsen die Leitung übernommen hat, mausert sich die Stadtgalerie Brunsbüttel immer mehr zu einem Hotspot für zeitgenössische Kunst an der Westküste.

Wechselnde Ausstellungen internationaler Positionen aller Gattungen sorgen dafür, dass ein Besuch in den Ausstellungsräumen immer lohnt. Doch durch den kulturellen Lockdown musste auch der 44-Jährige auf die Bremse treten. Die Einrichtung arbeitet mit internationalen Künstlern zusammen, die durch die Coronabeschränkungen nicht nach Deutschland einreisen konnten. Und so musste die bereits für den April geplante Ausstellung „Meet The Madness“ mit einem der Lieblingskünstler Bunsens, dem Schweden Lars-Erik Wahlberg, auf September verschoben werden. 

„Lars-Erik ist ein guter Beobachter des Alltagswahnsinns und in jeder Gattung zuhause“, so der Galerie-Leiter. „Er ist kein klassischer Künstler, der mit Farben auf Leinwand oder Bleistift auf Papier arbeitet, sondern präsentiert gern Objekte und Installationen.“ Dabei kombiniert er Versatzstücke wie abgelegte Stofftiere, die er auf Flohmärkten findet. „Was am Anfang niedlich aussieht, entwickelt sich bei näherer Betrachtung als echter Nackenschlag,“ verspricht Bunsen. Wahlberg habe eine Sprache gefunden, die den Betrachter unmittelbar packt. Während der Zwangsschließung im Frühjahr habe sich Bunsen keineswegs gelangweilt. „Ich hatte endlich Zeit, mir Projekte zu überlegen, die so gar nicht geplant waren.“ 

So ist die Idee eines Comic- und Animationsfestivals entstanden, das das gesamte Elbeforum bespielen wird mit Werken norddeutscher Comiczeichner, Animationsfilmen und Dokus, Workshops und einem Comicbattle. „Wir trotzen dem Virus und wollen inhaltlich bei unseren Angeboten keine Abstriche machen.“


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