Ausflugs- und Freizeittipps

Es klappert die Mühle

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Von Hartmut Tamcke 

Ersten Aufzeichnungen nach gibt es sie seit über 4000 Jahren, in Ägypten sollen aufgebaut worden sein. Von kamen sie – so vermuten Experten – im ersten Jahrtausend auf die iberische Halbinsel und von dort nach Flandern, in die Normandie und nach Südostengland. Don Quijote kämpfte gegen sie, weil er dachte, es seien gefährliche Riesen. Sein Kampf war vergeblich, gegen die Windmühlen, die er für besagte Riesen hielt, konnte er nicht gewinnen. 

Windmühlen gehören schon ewig lange zum Bild der Landschaft auch hier an der Küste, etliche dieser technischen Denkmäler sind noch erhalten. Teilweise der alten Technik beraubt dienen sie als Lagerflächen, sind zu Wohnhäuser, Cafés oder Galerien umgebaut oder sie werden als Hochzeitsmühlen genutzt. 

Windmühlen gehörten aber fast schon zur Geschichte, die Erfindung von Motoren als Antriebstechniken für Getreidemühlen und die von Pumpen für den Wassertransport hätte sie schon fast ins Aus getrieben. Viele Mühlen überlebten aber die technische Entwicklung, die sie überflüssig zu machen drohte. Und das, weil es viele Menschen gab, die die schönen Bauwerke erhalten, hegen und pflegen wollten. 

Zu ihnen gehörten alte Windmüller, die selbst dank neuer Techniken eigentlich arbeitslos geworden wären, zu ihnen gehören aber auch Leute, denen es am Herzen liegt, die alte Technik für die Nachwelt zu erhalten. 

All jenen ist es zu verdanken, dass auch heute noch mit nur Kinder mit staunendem Blick verfolgen, wie der Wind die gewaltigen Mühlenflügel in Bewegung versetzt und damit auch die gewaltige, meist aus Holz gebaute Mechanik in Bewegung versetzt. 

Und viele Windmühlen werden wieder so genutzt, wie es früher war: In den Mahlgängen wird Getreide auf besonders schonende Weise zu Mehl gemahlen, es gibt inzwischen wieder Bäcker, die das Mehl nutzen, um auch in alten Öfen wieder Brot backen wie zu Zeiten, als die Windmühlen noch zum Bild der Landschaft gehörten. 

Wer hier an der Westküste unterwegs ist, der findet übrigens zwischen Brunsbüttel und Sylt etwa 40 Wind- und Wassermühlen, in ganz Schleswig-Holstein sind es noch fast 140 dieser technischen Denkmäler, das Land zählt zu den Mühlenreichsten in Deutschland. Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung hat inzwischen 1900 historische Mühlen in ihren Verzeichnissen aufgelistet, man kann sich dort über die Mühlen informieren, Daten erfragen oder Ansprechpartner der 14 Landes- und regionalen Mühlenverbände erfragen. 

Deutscher Mühlentag 

Den noch existierenden Windmühlen widmete die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung einen Aktions- und Thementag: Pfingstmontag ist zum Deutschen Mühlentag geworden 2018 feierte der sein 25-jähriges Jubiläum, mehr als 1100 Wind-, Wasser-, Dampf- und Motormühlen öffneten an diesem Tag bundesweit die Türen. Sie ließen die Flügel und Wasserräder drehen, setzten Mahlgänge in Betrieb und luden die Gäste ein zu Führungen, Festen und kulturellen Angeboten. 

Auch im nächsten Jahr wird der Deutschen Mühlentag am Pfingstmontag veranstaltet und auch dann sind viele der Mühlen an der Westküste und den anderen Teilen Schleswig-Holsteins geöffnet. Ab Mitte April veröffentlicht die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung das Teilnehmerverzeichnis für den Deutschen Mühlentag.

Infos 

www.muehlen-dgm.de


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