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Ein Film vom Dorf

Regisseur Lars Jessen. 

Hauptdarsteller Charly Hübner. Fotos: Majestic/Christine Schroeder

Schauspieler Peter Franke. Fotos: Majestic/Christine Schroeder

Autorin Dörte Hansen. Fotos: Majestic/Christine Schroeder

Drehort Straße in Wöhrden.  Fotos: Majestic/Christine Schroeder

In der Dorfkneipe. Fotos: Majestic/Christine Schroeder

Dorfkneipe: Paule Bahnsen (Dieter Schaad), Sönke (Peter Franke), Ingwer (Charly Hübner) Fotos: Majestic/Christine Schroeder

Christian Steensen (Jörg Posse). Fotos: Majestic/Christine Schroeder

Ingwer als Kind (Lennard Conrad). Fotos: Majestic/Christine Schroeder

 Vor vier Jahren schieb die nordfriesische Autorin Dörte Hansen ihren Bestseller „Mittagsstunde“. Im vergangenen Jahr hat der bekannte, in Dithmarschen aufgewachsenen Regisseur Lars Jessen das Buch an verschiedenen Drehorten im Norden verfilmt. In diesem Sommer soll „Mittagsstunde“ in den Kinos anlaufen. Auch in Jessens Heimatstadt – im kleinen Kino von Meldorf. 

Die Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen mit 47 Jahren in sein Heimatdorf Brinkebüll zurückkehrt. Er erkennt es kaum wieder: keine Schule, kein Bäcker, keine Kastanienallee, keine Störche, auf den Feldern wächst nur noch Mais. Als wäre eine ganze Welt versunken. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Knicks und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und seine Eltern mit dem Gasthof sitzen ließ? Wann verschwand die Mittagsstunde mit all ihren Herrlichkeiten und Heimlichkeiten?

 Inwers Vater, de Ole, hält immer noch stur hinter seinem Tresen die Stellung, während Mutter Ella mehr und mehr ihren Verstand verliert. Und Ingwer, der sich schon länger fragt, wo eigentlich sein Platz im Leben sein könnte, beschließt, seinem Leben in Kiel den Rücken zu kehren, um sich seiner Vergangenheit zu stellen. 

Ein spannender Stoff nicht nur für Landeier. Was wurde aus den Dörfern überall im Land, als die Landwirtschaft zur Industrie wurde, als immer mehr junge Menschen in die Großstädte zogen. „Die Geschichte behandelt Themen, die wir alle kenne“, sagt Regisseur Lars Jessen. „Es geht um das kulturelle Ausbluten der kleinen Orte auf dem Land.“ Und weiter: „Die Orte unserer Kindheit haben sich stark verändert. In der Rückschau müssen wir dann feststellen, was eigentlich verloren gegangen ist.“ 

Den Film hat Jessen natürlich in Dithmarschen und Nordfriesland angesiedelt. Das Dorf Wöhrden, zwischen Büsum und Heide gelegen, hat zumindest was die Bausubstanz angeht noch historische Züge. Deshalb wählten Jessen und sein Team es für einige Szenen von „Mittagsstunde“ aus. „Spielende Kinder, eine am Halfter geführte Kuh – solche Szenen konnten wir in Wöhrden drehen und sie haben bei einigen Anwohnern regelrecht Sehnsuchtsmomente nach früheren Zeiten ausgelöst.“ Immer mehr Leute würden anscheinend merken, dass der Fortschritt im Leben nicht das Wichtigste sei. Eine Erkenntnis, die das Buch und der Film transportieren wollen. 

Premiere feiert „Mittagsstunde“ am 18. August - auch im kleinen Kino von Meldorf, ganz in der Nähe vom Dorf Wöhrden.


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