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Die abenteuerlichen 7 Leben des Expeditionsschiffes „Feuerland“

Feuerland

Forschungskutter Feuerland

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Zusammengestellt von Hartmut Tamcke

1927 lief er in Büsum auf der Werft Krämer, Vagt & Beckmann vom Stapel: der Expeditionskutter des Flugpioniers Gunther Plüschow. Der Marineoffizier war im Verlauf des 1. Weltkrieges als „Flieger von Tsingtau“ berühmt geworden. Nach dem Ausscheiden aus dem Militärdienst wandte sich der populäre Flieger seinem Sehnsuchtsort, der nur spärlich kartierten Bergwelt an der Südspitze Südamerikas zu. Mit einem Doppeldecker überflogen Plüschow und sein Kollege Ernst Dreblow Feuerland und das angrenzende Patagonien. Erstmals konnte dank dieser Pionierleistung das unwegsame Gelände mittels der entstandenen Luftaufnahmen kartographisch erfasst werden. 

Der eigens für diese Expedition gebaute Segelkutter „Feuerland“ diente als schwimmende Operationsbasis. Während Plüschow und Dreblow 1931 bei einem Flugzeugabsturz tödlich verunglückten, überlebte der Kutter in den rauen Seegebieten Südamerikas. Wechselnde Besitzer passten den robusten Kutter ihren Bedürfnissen an. Das einstige Expeditionsschiff hat eine wechselvolle Karriere als Schaftransporter und Versorgungsschiff hinter sich, dem selbst im Falklandkrieg von 1982 eine entscheidende Rolle zukam. 

2001 entdeckte Kapitän Bernd Buchner das ehemalige Expeditionsschiff „Feuerland“ auf den Falklandinseln, dort lag sie unter dem Namen „Penelope“. Buchner kaufte das Schiff und gab ihm den alten Namen „Feuerland“ wieder. Zusammen mit fünf Freunden versuchte er 2006, die Ketsch auf eigenem Kiel wieder nach Büsum zu bringen, der Versuch scheiterte aber am Wetter. Die Heimreise der „Feuerland“ erfolgte kurz darauf als Deckslast an Bord des Containerfrachters „Monte Cervantes“, auf eigenem Kiel fuhr die „Feuerland“ dann von Hamburg zurück nach Büsum. Am 11. August 2006 legte die „Feuerland“ unter großem Beifall vieler Schaulustiger nach fast 79 Jahren wieder in Büsum an. 

Bald darauf wurde es vom Denkmalamt als „bewegliches Kulturdenkmal“ anerkannt. Die Arbeiten an der „Feuerland begannen in Büsum im Januar 2007, im Oktober des 2007 kam das Expeditionsschiff in die Hamburger Werft „Jugend in Arbeit“, dort sollte sie zurückgebaut und möglichst originalgetreu restauriert werden. Von Hamburg wurde das Expeditionsschiff „Feuerland“ im Mai 2018 per Schwertransport in einer nächtlichen Fahrt unter Polizeibegleitung nach Flensburg transportiert. 

Jetzt hat der Kutter nun auf der Flensburger Museumswerft festgemacht. Hier soll das berühmte Schiff für seine zukünftige Nutzung als Traditionsschiff instand gesetzt werden. 

Das Flensburger Schifffahrtsmuseum widmet dem tapferen Schiff mit seiner überaus spannenden Biographie jetzt eine eigene Ausstellung, die noch bis zum 3. März 2019 zu sehen ist. Gezeigt werden viele Aufzeichnungen, die von Flugpioniers Gunther Plüschow gemacht wurden, Seekarten, alte Fotos der Expeditionen und Zeichnungen des Schiffs. Und man kann an einem maßstabsgetreu gebauten Modell sehen, die die „Feuerland“ einmal ausgesehen hat und wie sie hoffentlich schon bald wieder aussehen wird. 

Den Hafen, in dem die abenteuerlichen 7 Leben des Expeditionsschiffes „Feuerland“ 1927 einmal begonnen haben, werden die, die sich jetzt um den Wiederaufbau des Expeditonsschiffes des Flugpioniers Gunther Plüschow kümmern, auch wieder anlaufen. 

Und sie haben große Ziele: Mit der „Feuerland“ wollen sie auch dorthin fahren, wo Flugpioniers Gunther Plüschow die „Feuerland“ eingesetzt hatte: Sie fahren mit dem Schiff wieder auf der Route nach Feuerland, die Plüschow 1927 genommen hat

Öffnungszeiten 

19. August – 3. März 2019 

Di–So: 10–17 Uhr 

Montags sowie Heiligabend, Weihnachten, Silvester und Neujahr geschlossen. (Ausnahme: Fällt ein Feiertag auf einen Montag hat das Museum von 10–17 Uhr geöffnet, z. B. Ostermontag). 

Flensburger Schifffahrtsmuseum 

Schiffbrücke 39 

Flensburg

Informationen 

Der Förderkreis Kulturdenkmal Expeditionsschiff FEUERLAND e.V. sucht  Mitglieder, Freunde, Förderer und Sponsoren für die weitest möglich historisch korrekte Restaurierung und den Erhalt des Schiffes.

www.expeditionsschiff-feuerland.de


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