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Der Whiskykenner

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Whiskybar im Einstein. 

Albert Jänike gewährte dem Küstenmagazin einen Blick in sein Whiskylager. 

Von Ellen Hinrichs

Albert Jänike ist Gastwirt und als solcher in Husum und Umgebung bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund. Wie viele Freundschaften in seiner Kneipe „Einstein“ im Osterende in Husum ihren Anfang hatten, wieviel Männer und Frauen sich hier ver- und wieder entliebt, wieviel Menschen hier rein- und wieder rausgegangen sind: das alles lässt sich nicht mal schätzen. Immer mittendrin: Albert Jänike. Ein pralles Kneipenleben über einen Zeitraum von mittlerweile mehr als drei Jahrzehnten.

Über die Grenzen hinaus hat sich Albert Jänike einen Namen als Whiskykenner und Betreiber eines Internetforums gemacht, dem derzeit rund 2200 Whiskeyliebhaber im In- und Ausland  angehören. Aus kleinen Anfängen entwickelte sich auch sein 2004 gegründeter Whiskyversand, der heute zu einem bedeutenden  Anbieter auf dem deutschen Markt gehört. Jänikes Leidenschaft für Whisky begann Ende der 1970er Jahre. „Es war damals in Deutschland noch nicht so einfach wie heute, Single-Malt-Whisky zu bekommen“, erinnert sich Jänike. Ausschließlich für schottischen Whisky schlägt sein Herz. Irischer sei ihm zu weichgespült und amerikanischer Bourbon-Whiskey komme ihm schon gar nicht ins Glas, erzählt der Husumer in seiner gradlinigen Art.

Single-Malt-Whisky

Zur Erklärung: Als Single-Malt-Whisky, oder kürzer Single Malt, werden Whiskys bezeichnet, die zwei besondere Bedingungen erfüllen: Sie stammen zum einen aus einer einzigen Brennerei, sind also kein Verschnitt aus mehreren Destillen (daher Single, deutsch: einzeln). Zum zweiten wird als Getreide ausschließlich gemälzte Gerste verwendet (deswegen Malt, deutsch: Malz). Der Zusatz Single Malt kann als Prädikat verstanden werden, die so ausgezeichneten Whiskys sind in aller Regel besonders hochwertig. Hinzu kommt die lange Lagerung. Oft währt die Reifungszeit mehr als ein Jahrzehnt. Mit den Jahren hat sich Albert Jänike ein profundes Wissen über Whisky angeeignet. Reisen führten ihn zu Brennereien nach Schottland, und sein persönliches Netzwerk zu Brennmeistern, Besitzern von Destillerien und Freunden eines guten Tropfens ist weit gespannt. Parallel zu seiner persönlichen Entwicklung zum Kenner schottischen Whiskys hat sich ein allgemeiner Trend zum Whiskygenuss entwickelt. Freunde eines guten Whiskys finden sich bei Männern wie Frauen und in allen Gesellschaftsschichten. So sind die 18 Whisky-Tastings im Jahr, die Albert Jänike in seinem „Einstein“ veranstaltet, zumeist ausgebucht. Sie folgen einem immer gleichen Muster. Whiskykenner Jänike sucht je fünf Whiskys aus, informiert seine Zuhörer über Besonderheiten und umschreibt den Geschmack, bevor alle den soeben beschriebenen Whisky verkosten. Es gibt ein kleines Quiz und einen abschließenden Whiskyverkauf. An diesen Tagen sind die Türen zu Albert Jänikes Allerheiligstem geöffnet: einem Lager mit über 5000 Flaschen schottischen Whiskys. Die Preise fangen bei etwa 35 Euro je Flasche an und reichen bis in den hohen dreistelligen Bereich für Raritäten.

Und das Einstein? Ist parallel zur Whiskyleidenschaft im Laufe der Jahre durch Zukauf der Nachbarhäuser auf die heutigen 150 Sitzplätze gewachsen. Mittlerweile liegt ein Großteil des Geschäfts bei den Söhnen Marco und Tim. Einer zuständig für den Service, einer als gelernter Koch Chef in der Küche. Doch auch nach mehr als 30 Jahren bleibt das Einstein fester Bestandteil im Leben von Renate und Albert Jänike. Besonders gern steht der Chef hinter seiner sehr gut sortierten Whiskybar, die im deutschlandweit aufgestellten Whiskybar Guide (eine Art Gütebuch) einen sehr guten vorderen Platz einnimmt. Wie könnte es wohl auch anders sein. Whiskyproben am 31.8., 7.9., 14.9., 21.9. und 28.9. ab 17 Uhr. Kosten 25 EUR p. Pers. Anmeldungen info@einstein-husum.de oder tel. unter 0 48 41 - 7 18 42. Außerdem Rumproben. www.einstein-husum.de


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