Ausflugs- und Freizeittipps

Bewegung hält die Lager fit

Die Windmühlen, um die es sich auf den nächsten Seiten in unserem Küsten Magazin dreht, machen es deutlich: Bewegung hält fit und gut eingelaufene Lager und Zahnräder halten einfach länger. Man hört es auch, wenn man in einer Windmühle ist, deren Flügel sich im Wind drehen: Da quietscht nichts, man nimmt nur die Geräusche wahr, die das alte Holz erzeugt. Es ist ein dumpfes Knarren, eigentlich ein schönes, ein beruhigendes Geräusch.

Und das zeigt, dass Dinge, die man hegt, pflegt und bewegt, einfach länger halten. Nicht umsonst wird  ja gesagt „wer rastet, der rostet“. Merkt man nicht nur bei beweglichen technischen Geräten, merkt man auch an anderer Stelle. Ich höre schon Stimmen, die mir diese Weisheit, die ja nicht von mir stammt, bestätigen und schon sagen: „Ja ich weiß, man sollte sich mal wieder bewegen.“

Was schon im Ansatz falsch ist, nie sollte man dieses Thema mit „man sollte“ anfangen, besser ist es, man geht ran und tut es. Erfreut nicht nur den eigenen Körper, erfreut auch jene, die mit der Gesundheit anderer zu tun haben: Ärzte haben nämlich festgestellt, dass wir uns viel zu wenig bewegen. Nicht alle, aber das Gros der Menschen nicht nur hier an der Küste, sondern auf der ganzen Welt. Aber sie schränken auch ein: Je reicher die Menschen sind, desto weniger bewegen sie sich, je ärmer sie sind, desto mehr tun sie es. Nicht, um fit zu werden, sondern um im Alltag zu überleben. Wasser schleppen und nicht mit dem SUV am Supermarkt direkt vor der Tür die Flaschen vom Einkaufwagen in den Kofferraum legen. Oder die Steine für den Bau die Leitern hochschleppen und nicht die Palette direkt am Kran parken um sie dann hoch in die zweite Etage heben zu lassen. Und dann schnell die Kids mit dem Auto zur Schule fahren, auch wenn die nur einen Kilometer entfernt ist.

Nein, hier soll es keine Schelte geben, vielleicht aber einen Weckruf. Einen, der die sportlichen Aktivitäten vom Daumendruck beim Zappen durch die Fernsehprogramme erweitert auf Verzicht auf den Fahrstuhl und damit zur Benutzung der Treppen erweitert. Oder einen, der den Anreiz bietet, sich mal wieder zu bewegen. Nicht kurz vom Sessel zum Kühlschrank, in dem das Bier steht, sondern auch mal vor die Tür zum Spaziergang, der ruhig etwas länger ausfallen darf.

Zehn Minuten solle die Bewegung täglich mindestens dauern, raten da Gesundheitsexperten. Sie sagen natürlich auch, warum man das tun sollte: Ist gesund - weiß ja eigentlich jeder -, macht fit - sollte auch jeder wissen - und es ist ein schöner Ausgleich zum Job. Sagt der, der diese Kolumne gerade verfasst hat. Bewegung macht auch süchtig, behauptet der und verrät, dass er fast täglich unterwegs ist. Zum fit werden, gesund bleiben und um einfach mal richtig abzuschalten.

Das allerdings kann böse Folgen haben, denn beim Laufen vor sich hin zu träumen kann dazu führen, dass man irgendwann einmal feststellt, dass man die gerade gelaufenen Kilometer ja auch noch zurück muss.

Das schönste am Laufen aber ist, dass man seinen Gedanken einfach mal so hinterher hängen kann.

Ach ja, dann wäre da ja auch der eingangs erwähnte Vergleich mit den Windmühlen: Auch ältere Lager brauchen eben Bewegung, um auch weiterhin gut zu funktionieren.

Und weil das so ist, halte ich jetzt meine Finger ruhig (die Tastatur hat jetzt Pause) und bewege meine Beine, um noch mal eine Runde zu drehen. Die Lager sollen ja nicht einrosten.

Viel Spaß auf dem Weg zu einem bisschen mehr Bewegung wünscht

Ihr Küsten-Kolumnist

Hartmut Tamcke


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