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Alle Schafe sehen gleich aus! Wirklich?

Schafe am Deich

Bei diesen Schafen ist der Suffolk-Einfluß zu erkennen.

Von Ulrike Krickau

Alle Schafe sehen gleich aus. Finden Laien. Lockiges Fell, vier Beine. Fertig ist das Schaf. Der Fachmann kann dagegen kaum verstehen, dass es Menschen gibt, denen es nicht sofort auffällt: Es gibt richtig schöne Schafe. Schafe mit langen und kurzen Beinen. Einem breiten, schmalen oder sogar einem durchhängenden Rücken. Eingefallenen oder kräftigen Flanken. Schönen, geraden Klauen oder schiefen Tretern. Gut gestapelter Wolle oder breiten Scheiteln. Außerdem gibt es nicht nur schwarze, braune und weiße Schafe, sondern auch weiße Schafe mit weißen oder mit schwarzen Köpfen.

Am weitesten verbreitet sind in Schleswig-Holstein heute die Texel-Schafe, eine niederländische Rasse mit weißem Kopf und weißen Beinen, die seit den 50er Jahren die Schäfer in Dithmarschen mit ihren fleischtragenden Partien überzeugen. Ihnen hat sich in den letzten Jahren das Suffolk-Schaf zugesellt, die Tiere mit dem schwarzen Kopf und den schwarzen Beinen stammen ursprünglich aus England. Ausgewachsene Suffolk-Böcke können stattliche 200 Kilogramm schwer werden. Beide Rassen – und ihre Kreuzungen – haben glatt behaarte Köpfe. 

Bei der zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts in Schleswig-Holstein sehr beliebten Rasse des Deutschen weißköpfigen Fleischschafs ist das anders, diese Tiere tragen auf der Stirn einen Wollschopf, der ein bisschen an die Tolle von Elvis erinnert. Manchmal setzt sich über Generationen hinweg diese Eigenart wieder bei den Nachkommen durch, vielleicht hat ein Schäfer aber auch mit einem Weißkopf seine Herde verstärkt. So kommt es jedenfalls, dass manchmal ein Rock’n’Roll-Schaf auf dem Deich und auf den Weiden steht.

 Mit Rock’n’Roll haben die Schafe in Süddeutschland nichts am Hut. Dort ist das Merino-Fleischschaf sehr beliebt, das sich auf den ersten Blick vor allem durch seine hängenden Ohren von den Deichschafen unterscheidet. Wer Schleswig-Holstein mag, der kennt auch den Grund dafür: Die lassen die Ohren hängen, weil sie nicht an der Küste leben dürfen.


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