Kultur und Menschen

Nordfriesland - Vom Feuer geküsst

Biikebrennen in Nordfriesland (Foto: Tamcke)

Die Glut knistert, die Flammen tanzen, der Rauch zieht in Schwaden umher: Bald ist wieder Biikebrennen in Nordfriesland und den Halligen. Wer in der Nähe ist, sollte sich dieses Spektakel am kommenden Samstag nicht entgehen lassen.

Feuer und Flamme 

Gefeiert wird am 21.02., dem Abend vor dem Petritag (friesisch: pidders dai). Das Wort Biike kommt aus dem Friesischen und bedeutet Feuerzeichen. Dementsprechend dreht sich dabei auch alles um das Element Feuer: Begonnen wird das Biikefest in vielen Gegenden mit einem Fackelumzug, der am Biikehaufen endet. Der Biikehaufen wird in den Tagen zuvor aus übriggebliebenen Weihnachtsbäumen, Zweigen und aufgeschichtetem Holz aufgebaut. Viele nutzen die Gelegenheit und verschneiden kurz vorher ihre Hecken und Bäume.

Winter, ade! 

Wie und warum das Biikebrennen genau entstand, ist nicht bekannt. In seinen Ursprüngen wird das Fest nach Schätzungen bereits seit 2000 Jahren gefeiert. Damals wurde mit einem sogenannten Opferbrand dem Gott Wotan gehuldigt. Das Fest könnte auch als Brauch zum Schutz der kommenden Saat entstanden sein. Später wurden auf den Halligen die Walfänger verabschiedet.

In den letzten Jahren wird dem Biikefest zunehmend mehr Bedeutung geschenkt: Seit Dezember 2014 ist das Biikebrennen offiziell in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Deutschland aufgenommen worden.

Lecker Drumherum 

Zum traditionellen Biikebrennen haben sich auch ein paar moderne Bräuche entwickelt. Leckerer Punsch darf nicht fehlen und wärmt die Hände, während am Feuer gesellig geschnackt wird und zur Stärkung trifft man sich hinterher zum gemeinsamen Grünkohlessen.

Hier lodern große Biikefeuer:

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Husum

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Horstedt

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Hattstedt

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Simonsberg

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Amrum

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Kampen

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St. Peter-Ording

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Nordstrand

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Sylt

Einen beeindruckenden Anblick bietet zudem das Biikebrennen von See aus, zum Beispiel auf der MS „Adler VI“, die in Nordstrand ausläuft. 


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