Kultur und Menschen

(K)Ein Friese aus Nerz

Ein echter Nordfriese?

Wir möchten uns bei allen entschuldigen, denen wir jetzt die Illusion rauben, aber: Der Friesennerz kommt gar nicht aus Friesland. Erfinder der Regenjacke ist der Däne Jan Nielsson, der sich 1958 Gedanken über Sportbekleidung machte. Da Dänemark von Meer umgeben ist, entwickelte er Kleidung, die insbesondere für Fischer und Segler funktionell sein sollte. Der Friesennerz war geboren. 

Was den Friesennerz ausmacht

Der Friesennerz ist also kein Friese und aus Nerzfell besteht er natürlich auch nicht. Im Volksmund wird er auch Öljacke genannt, allerdings nur, weil wetterfeste Kleidung früher aus geölter Baumwolle hergestellt wurde. Die ursprünglichen Friesennerze bestanden allerdings aus Viskose und einer Gummierung aus synthetischem Kautschuk. Damit eigneten sie sich besonders für die Fischerei, denn der Überzug ist fischölbeständig. Mit rund tausend Gramm sind die Jacken zudem auch verhältnismäßig schwer.

Absolut sturm- und regenresistent

Mitte der 60er Jahre gab es einen Hype um die quietschgelben Jacken und sie wurden europaweit – auch im Landesinneren – getragen. Kennzeichnend sind, neben der auffällig gelben Farbe, die große Kapuze und die zwei aufgesetzten Plattentaschen an der Vorderseite. Heute sieht man den klassischen Friesennerz seltener, da seine PVC-Beschichtung kaum atmungsaktiv ist. Fakt ist aber, dass er auch nach Stunden im Regen noch sicher vor Nässe schützt, während andere Funktionsjacken schon aufgegeben haben – also im Kern vielleicht doch ein echter Nordfriese?

 

 


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