Essen und Trinken

Ein Wasserbauprojekt der Superlative

Die Schleuse ist ein Publikumsmagnet: Imposante Schiffe und urige Kähne bahnen sich den Weg in den Nord-Ostsee-Kanal.

Die Schleuse von oben: Die fünfte Schleusenkammer wird auf der Schleuseninsel errichtet.

Der Nord-Ostsee-Kanal ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße und die Durchfahrt vom Westen wird über die Schleuse Brunsbüttel gewährt. Seit 1914 wird die große Schleuse 24 Stunden am Tag betrieben: Dass sich sowohl die Bausubstanz als auch die Elektronik und Mechanik irgendwann abnutzen, dürfte niemanden wundern. Die Instandsetzung würde mehrere Jahre dauern und den Schiffsverkehr in dieser Zeit lahmlegen. Damit dies nicht geschieht, wird eine neue Schleuse gebaut. 

Um Touristen und Anwohnern sowohl die Schleuse und den Kanal als auch die aufwendigen Baumaßnahmen näher zu bringen, gibt es das Schleuseninformationszentrum (SIZ). In der Schillerstraße können Besucher das Zentrum mit Blick auf die Schleusen, den Kanal und die Elbe besichtigen.

Die fünfte Schleusenkammer

Auf der sogenannten Schleuseninsel (der Bereich zwischen den beiden bereits bestehenden Schleusen) wird die 5. Schleusenkammer gebaut. Das klingt erst einmal lapidar: „Baustelle – na und?“ Dass es sich dabei um das derzeit größte Wasserbauprojekt Europas mit einer Investitionssumme von fast einer ½ Mrd. Euro handelt, erstaunt dann doch viele. 

Und schaut man sich die Bedingungen genauer an, unter denen diese Arbeiten ausgeführt werden, dann wird jedem klar, dass es sich hier auch bau- und verkehrstechnisch um etwas Einmaliges handelt. Das „Gebäude“, die 5. Kammer, wird auf der Schleuseninsel zwischen zwei hoch empfindlichen und über 100 Jahre alten Schleusen errichtet. Der Boden ist speziell und wenig tragfähigen. Es dürfen in der etwa 7-jährigen Bauzeit z.B. kaum Rammarbeiten stattfinden. Unglaubliche Mengen an Erdreich und Baumaterialien müssen ausschließlich über den Wasserweg transportiert werden. Und dabei darf der reguläre Schiffsverkehr nicht beeinträchtigt werden. Das ist eine riesige Herausforderung für Planer und Ingenieure: vergleichbar mit einer OP am offenen Herzen.

Was passiert im SIZ? 

Mit dem Projekt haben sich das Stadtmanagement und die VHS mit seinen Schleusenführern zur Aufgabe gesetzt, die Faszination von Schleuse und Kanal den Touristen näher zu bringen. Mit knapp 20 speziell geschulten Gästeführern werden Gruppen nicht mehr nur über das Schleusengelände geführt, sondern erhalten auch einen speziellen Einblick – im wahrsten Sinne des Wortes - über Kameras in Echtzeit in das Baustellengeschehen. Das SIZ wird so ausgestatten, dass man alles das zeigen und erklären kann, was es zu dem spannenden Schleusenthemen zu berichten gibt. 

Kann man da mal reinschauen? 

Gruppenführungen können ganzjährig gebucht werden. Mit Beginn der neuen Saison im Frühjahr 2017 werden auch wieder die beliebten Familienführungen für Eltern mit Kindern ab 4-5 Jahren angeboten. Für spontane Besucher finden in der Saison von März bis Oktober offene Führungen ohne Voranmeldung statt.

Infos und Anmeldungen: 

www.schleuseninfo.de 

Anmeldung unter 04852 – 512 22 (VHS) oder 04852 391 – 186 (Tourist-Info).


Zurück zur Übersicht