Ausflugs- und Freizeittipps

Menschenlose Szenarien

Eduardo Pampinella lebt und arbeitet in Tönning.

Faro Borracho. Foto: Eduardo Pampinella

Bloddy Oil. Foto: Eduardo Pampinella

All over the Place. Foto: Eduardo Pampinella

Lighthoues Road. Foto: Eduardo Pampinella

Alpha Commander. Foto: Eduardo Pampinella

von Hartmut Tamcke

Er kam 1974 im Kulturaustausch für ein halbes Jahr von Argentinien nach Deutschland. Muss ihm gefallen haben, Eduardo Pampinella ist wieder nach Deutschland gekommen - und geblieben. Über München und Nürnberg zog es ihn nach Berlin. Er ging dort seinen Weg zunächst zweigleisig, der eine war ein Studium, der andere der eines Fotografen. Eduardo Pampinella hat sein Studium irgendwann abgebrochen, die Arbeit in seinem inzwischen in Berlin eingerichteten Studio hat ihm deutlich besser gefallen. Berlin erlebte der Fotograf vor, während und nach dem Mauerfall, er hat die Stadt dann aber verlassen, er kam an die Westküste, stellte fest, dass das genau seine Landschaft ist und ist geblieben. Und Eduardo Pampinella begann von Tönning aus, die Landschaft der Westküste für sich zu entdecken, in teilweise eigenwilliger Art hat er sie abgebildet. Aber nicht nur die Westküste hat in fasziniert, er ist viel unterwegs, besuchte Städte und Industrieanlagen, fotografierte in Marokko Landschaften und Menschen machte außergewöhnliche Portraits. „Mein Herz pocht in Bildern“, erzählt  Eduardo Pampinella.

Auffallend bei den Landschaftsaufnahmen von Eduardo Pampinella: Vielfach sind die Bilder aus Schwarz/Weiß reduziert, nur ein besonderes Teil in der Landschaft erstrahlt in Farbe. Und der Argentinier nutzt für seine Aufnahmen oft die Infrarotfotografie, die zu anderen Farben führt: Das Grün der Blätter wird weiß, Wolken, die das menschliche Auge kaum wahrnimmt, nehmen gewaltige Dimensionen an und kalte Industrieanlagen werden noch härter in ihrer Ausstrahlung.

Über seine Fotos verrät Eduardo Pampinella ein bisschen auf seiner Internetseite www.elementos.info. Wie die auf das Wesentliche reduzierten Motive ist die Erklärung aber auch da knapp und Kurz: „Die menschenlosen sowie die pre- und postapokalyptischen Szenarien, die sich bei der Motivsuche offenbarten, deuten eine andere Dimension an. Eine Kombination aus Science-Fiction und märchenhafte Elemente – zeigen die erzählenden Bilder sowohl grenzenlose Stille als auch den totalen unruhigen Stillstand der Zeit an“ verrät der Fotograf zu der als „Sceneries“ bezeichneten Übersicht der Bilder, die an der Nordsee, im Baltisches Meer, auf der Halbinsel Eiderstedt, in Schleswig-Holstein und Dänemark entstanden sind. 

Die Reduzierung auf Details, auf spannende Ausschnitte und Ansichten stehen auch in der Reihe „Metrópolis“ im Vordergrund. Eduardo Pampinella sagt das dazu: „Auf der Suche nach verborgenen Identitäten, führen urbane Explorationen zu weltweiten Ecken und Artefakten. Während der Erkundung und Dokumentation werden andere Realitäten sichtbar.“

Außergewöhnlich auch die Bilder, die der Argentinier in Marokko machte: Unterwegs war er auch dort mit seiner auf die Infrarot-Fotografie umgebauten Kamera, dort allerdings fotografierte er in Farbe, reduzierte die aber deutlich und hob nur Details wie besondere Menschen oder Pflanzen farbig hervor.

Die außergewöhnlichen Bilder des Fotografen, Videokünstler und Web-Designers Eduardo Pampinella kann man übrigens zur Zeit in Husum sehen: Bis zum 12. April läuft im Weinkontor in der Gurlittstraße 22 die Ausstellung „Parallax Dimension I“ mit pre- und postapokalyptischen Szenarien. 

Vom 13. Mai gibt es dann zwei Ausstellungen mit den Aufnahmen des Argentiniers im Alten Rathaus in Garding: Im Kunstklima Garding zeigt Eduardo Pampinella  „Parallax Dimension I + II“ und dazu Fine Art Fotografien.

Infos: www.elementos.info


Zurück zur Übersicht